Erntehelfer: Ab 2011 nur noch für Bulgaren, Rumänen und Kroaten „Saisonverfahren“

Ab 1. Januar 2011 entfällt für Unionsbürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn (sogenannte EU-8-Staaten) für eine Beschäftigung als Saisonarbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft, dem Obst und Gemüseanbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe die bisher benötigte die Arbeitserlaubnispflicht, gab die Bundesagentur für Arbeit am vergangenen Freitag bekannt. Von 2011 an findet das sogenannte Saisonverfahren nur noch für bulgarische, rumänische und kroatische Arbeitnehmer Anwendung. Oder anders ausgedrückt: Im Falle von Erntehelfern aus Bulgarien, aus Rumänien oder aus Kroatien bleibt alles beim alten.

In einigen Medienberichten werden sämtliche EU-Staaten, aus denen klassischerweise Erntehelfer nach Deutschland und Österreich kommen (z.B. Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien), „in einen Topf“ geworfen. Da Rumänien und Bulgarien aber erst ca. drei Jahre nach der ersten EU-Osterweiterung EU-Mitglieder geworden sind und Deutschland als eines von wenigen Alt-EU-Staaten Restriktionen des eigenen Arbeitsmarktes für den längstmöglichen Zeitraum anwendet, werden Arbeitnehmer aus diesen beiden Staaten voraussichtlich erst ab Januar 2014 einen vollkommen freien Zugang zum deutschen Arbeitmarkt haben.

Was bedeutet das für die kommende Erntesaison? Die in den letzten Jahren schon zu beobachtenden Engpässe bei der Rekrutierung osteuropäischer Erntehelfer dürften weiter zunehmen. Für die wichtigste Gruppe der Polen ergeben sich ab dem nächsten Jahr wesentlich attraktivere Jobalternativen in Deutschland, auf die viele wohl gerne zurückgreifen werden. Dadurch wird eine Arbeit mit Erntehelfern aus Bulgarien noch interessanter für den deutschen Landwirt, denn hierbei besteht keine vergleichbare Abwanderungsgefahr.

Der Erntehelferdienst unterstützt Sie bei der Suche nach Erntehelfern und Saisonarbeitern. Sie möchten mehr dazu erfahren? Hier finden Sie Informationen zum Saisonverfahren der Arbeitsagentur.

Daneben besteht auch die Möglichkeit, Ernteeinsätze in Form von Werkverträgen oder Dienstleistungsverträgen durch entsandte Arbeitnehmer aus Bulgarien zu realisieren. Diese weisen ihre Sozialversicherungsfreiheit durch das seit kurzem eingeführte Dokument A1 nach. Weitere Informationen zu diesem Thema: Werkvertrag und Dienstleistungsvertrag: Entsendung in der Landwirtschaft. Eine Entsendung ist bei einer klar definierbaren Aufgabenstellung und einem gewissen Umfang (zeitlich, Anzahl der eingesetzten Kräfte) die günstigere Variante, da hier die relativ niedrigen Steuersätze  und Sozialversicherungsabgaben in Bulgarien Anwendung finden.