Erntehelfer – Ende der Saisonarbeiterregelung

Ab 2014 gilt für alle Bulgaren und Rumänen die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit in sämtlichen EU-Mitgliedsländern. Damit fällt zum Jahresende automatisch die sogenannte Saisonarbeiterregelung weg, die den Zugang von unqualifizierten Arbeitskräften aus den beiden Balkanstaaten reglementierte.

Für Fachkräfte ist bereits heute ein freier Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt möglich, wovon bereits viele Arbeitnehmer Gebrauch gemacht haben – aufgrund der Wirtschaftskrise, die Südosteuropa seit wenige Jahren erlebt, mit steigender Tendenz. Alleine 25.000 Bulgaren gingen im vergangenen Jahr einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland nach. Hilfskräfte können über die Saisonarbeiterregelung für maximal sechs Monate je Kalenderjahr in Deutschland arbeiten, wobei dies nur in bestimmten Branchen (Gastronomie, Landwirtschaft und wenige weitere) möglich ist.

Freier Zugang für Hilfskräfte aus Bulgarien und Rumänien

Nachdem die Regelung bereits in den verganenen Jahren ständig gelockert wurde, entfällt sie nun endgültig, somit verlieren auch die Vermittlungsabsprachen mit Bulgarien und Rumänien ihren Sinn. Die Einstellung von Saisonarbeitskräften ist somit ab 2014 problemlos möglich. Wer bereits jetzt einstellt, kann – wie beschrieben – einen Arbeitsvertrag über eine Dauer von sechs Monaten abschließen. Im betrieblichen Alltag könnte eine Anstellung z.B. von Mai 2013 bis Oktober 2013 laufen, dann zwei Monate pausieren und zum 1. Januar ohne Fristvorgabe ganz nach dem Wunsch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer abgeschlossen werden.

Landwirte werden höhere Löhne zahlen müssen

Für die beschriebene Personengruppe öffnet sich damit auch der Zugang zu Jobs in anderen Branchen, in denen höhere Löhne erzielt werden können (Produktion, Handwerk). Deutsche Landwirte sowie Hotel- und Gaststätten müssen sich dem bewusst sein und ihre Personalplanung hierauf abstimmen – das Lohnniveau für ungelernte Kräfte dürfte damit nicht fallen, sondern steigen.