Nächste Ernte dann mit Mindestlohn

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende entgegen. Im neuen Jahr 2015 wird es eine gesetzliche Neuregelung geben: Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Arbeitsstunde kommt! Hier weitere Infos dazu auf Wikipedia. Und er betrifft auch die deutsche Landwirtschaft.

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro gilt ab dem
1. Januar 2015 auch für Saisonkräfte in der Landwirtschaft. Um dieser Branche die Einführung des Mindestlohns zu erleichtern, wird die bereits vorhandene Möglichkeit der kurzfristigen sozialabgabenfreien Beschäftigung von 50 auf 70 Tage ausgedehnt. Diese Regelung wird auf vier Jahre befristet. Sie beeinflusst die Mindesthöhe des Lohns nicht.

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Der Mindestlohn. Fakten und Hintergründe, Berlin Juli 2014)

In vielen Branchen wurde und wird ohnehin mehr bezahlt als diese 8,50 Euro. Doch in der Landwirtschaft liegen die durchschnittlichen Werte, zumindest für unqualifizierte Hilfsarbeiter, in der Regel deutlich darunter. Damit ist es jetzt vorbei. Besonders hart trifft es die Arbeitgeber in strukturschwachen Regionen in Nord- und Ostdeutschland mit einem bisher niedrigen Lohngefüge.

Belastung für deutsche Landwirte

Auch wenn die Ausweitung der sozialabgabefreien Beschäftigung von 50 auf 70 Tage zu einer moderaten Entlastung der Betriebe führt, wird unter dem Strich eine massive Belastung auf die Betriebe zukommen, die zu steigenden Preisen für Nahrunsmittel führen wird. Gleichzeitig werden die bisher bereits bekannten Wege, um deutsche Löhne zu umgehen, an Beliebtheit gewinnen. Der Werkvertrag wird auch für kleinere Betriebe eine Option.

Der Erntehelferdienst berät und unterstützt Sie hierbei. Treten Sie frühzeitig mit uns in Verbindung!

 

Erntehelfer: Ab 2011 nur noch für Bulgaren, Rumänen und Kroaten „Saisonverfahren“

Ab 1. Januar 2011 entfällt für Unionsbürger aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn (sogenannte EU-8-Staaten) für eine Beschäftigung als Saisonarbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft, dem Obst und Gemüseanbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe die bisher benötigte die Arbeitserlaubnispflicht, gab die Bundesagentur für Arbeit am vergangenen Freitag bekannt. Von 2011 an findet das sogenannte Saisonverfahren nur noch für bulgarische, rumänische und kroatische Arbeitnehmer Anwendung. Oder anders ausgedrückt: Im Falle von Erntehelfern aus Bulgarien, aus Rumänien oder aus Kroatien bleibt alles beim alten.

In einigen Medienberichten werden sämtliche EU-Staaten, aus denen klassischerweise Erntehelfer nach Deutschland und Österreich kommen (z.B. Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien), „in einen Topf“ geworfen. Da Rumänien und Bulgarien aber erst ca. drei Jahre nach der ersten EU-Osterweiterung EU-Mitglieder geworden sind und Deutschland als eines von wenigen Alt-EU-Staaten Restriktionen des eigenen Arbeitsmarktes für den längstmöglichen Zeitraum anwendet, werden Arbeitnehmer aus diesen beiden Staaten voraussichtlich erst ab Januar 2014 einen vollkommen freien Zugang zum deutschen Arbeitmarkt haben.

Was bedeutet das für die kommende Erntesaison? Die in den letzten Jahren schon zu beobachtenden Engpässe bei der Rekrutierung osteuropäischer Erntehelfer dürften weiter zunehmen. Für die wichtigste Gruppe der Polen ergeben sich ab dem nächsten Jahr wesentlich attraktivere Jobalternativen in Deutschland, auf die viele wohl gerne zurückgreifen werden. Dadurch wird eine Arbeit mit Erntehelfern aus Bulgarien noch interessanter für den deutschen Landwirt, denn hierbei besteht keine vergleichbare Abwanderungsgefahr.

Der Erntehelferdienst unterstützt Sie bei der Suche nach Erntehelfern und Saisonarbeitern. Sie möchten mehr dazu erfahren? Hier finden Sie Informationen zum Saisonverfahren der Arbeitsagentur.

Daneben besteht auch die Möglichkeit, Ernteeinsätze in Form von Werkverträgen oder Dienstleistungsverträgen durch entsandte Arbeitnehmer aus Bulgarien zu realisieren. Diese weisen ihre Sozialversicherungsfreiheit durch das seit kurzem eingeführte Dokument A1 nach. Weitere Informationen zu diesem Thema: Werkvertrag und Dienstleistungsvertrag: Entsendung in der Landwirtschaft. Eine Entsendung ist bei einer klar definierbaren Aufgabenstellung und einem gewissen Umfang (zeitlich, Anzahl der eingesetzten Kräfte) die günstigere Variante, da hier die relativ niedrigen Steuersätze  und Sozialversicherungsabgaben in Bulgarien Anwendung finden.

Förderpreis Ökologischer Landbau 2011

Im Januar 2010 wurde das zehnjährige Jubiläum des Förderpreis Ökologischer Landbau gefeiert. Ilse Aigner, die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, lädt erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer der ökologischen Landwirtschaft zur Teilnahme an der nächsten Runde des öffentlichkeitswirksamen Wettbewerbs ein. Anmeldeschluß ist der 30. Juni.

Aufgerufen sind Unternehmen, die mit ihrem Know-how entwickelte Konzepte in ihren Betrieben umgesetzt haben und dadurch interessante Impulse für eine innovative Entwicklung der gesamten Branche setzen konnten.

Mehr Informationen findet man auf der entsprechenden Internetseite: http://www.foerderpreisoekologischerlandbau.de/

Dort ruft Ministerin Aigner zur Teilnahme auf:

  • Beteiligen Sie sich mit Ihrem erfolgreichen Betriebskonzept am Wettbewerb um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011!
  • Überzeugen Sie Jury und Kollegium von Ihren Ideen und Innovationen!
  • Bereiten Sie neue Wege und Felder für die Branche der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft!

Teilnahmebedingung für den Förderpreis Ökologischer Landbau

Der gesamte Betrieb muss  seit mindestens zwei Jahren nach den Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden

Es können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland (einschließlich Spezialbetriebe wie zum Beispiel Winzer oder Obst- und Gemüsebetriebe) sowie Zusammenschlüsse ökologisch wirtschaftender Betriebe bewerben

Die genauen Bedingungen sind hier nachzulesen.

Der Preis ist mit insgesamt bis zu 22.500 Euro dotiert und wird maximal an drei Siegerbetriebe vergeben. Bewerben Sie sich bis zum 30. Juni 2010.

Ausgerichtet wird der Wettbewerb durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Hinweis: Die Preisgelder werden als De-minimis-Beihilfen nach der Verordnung (EG) Nr. 1535/2007 der Kommission vom 20.12.2007 über die Anwendung der Artikel 87 und 88 EG-Vertrag auf De-minimis-Beihilfen im Agrarerzeugnissektor
(Amtsblatt der EG Nr. L 337 vom 21.12.2007, S. 35) eingestuft.

Neben der bei einer Teilnahme zu erwartenden öffentlichen Aufmerksamkeit sollten auch die attraktiven Gewinnsummen eine Teilnahme am Wettbewerb um den Förderpreis Ökologischer Landbau 2011 animieren.

Liquiditätshilfekredite für Landwirte in Deutschland

Mit Hilfe der Liquiditätshilfekredite können Liquiditätsengpässe aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise zinsgünstig überbrückt werden. Gleichzeitig wird die Finanzierung notwendiger Betriebsmittel gesichert.

In 2011 ist beabsichtigt, noch einmal 25 Millionen Euro einzusetzen. Das Liquiditätshilfeprogramm ist Bestandteil des insgesamt 750 Millionen Euro umfassenden Maßnahmepakets der Bundesregierung zur Bewältigung der Krise in der Landwirtschaft. Weitere Bestandteile des Programms sind das Grünlandmilchprogramm mit 500 Millionen Euro und die Aufstockung des Bundeszuschusses an die LUV um 200 Millionen Euro.

Anträge zum neuen Programm nimmt die Landwirtschaftliche Rentenbank von Anfang März an entgegen. Mit den vorgesehenen Haushaltsmitteln kann allein 2010 ein Kreditvolumen von rund 500 Millionen Euro um bis zu 2 Prozentpunkte verbilligt werden. Neben der Zinsverbilligung stehen auch Ausfallbürgschaften zur Besicherung der Liquiditätshilfekredite zur Verfügung.

Quelle und weitere Informationen: Bundesministerium für Landwirtschaft.

Koalitionsvertrag: Saisonarbeit wird vereinfacht

Im gerade beschlossenen Koalitionsvertrag von Union und FDP wird auch das Thema Saisonarbeit behandelt.
Zitat S. 15 (Entwurfsfassung)

Darüber hinaus werden wir Regelungen zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, Arbeitsplatzannahme für Studenten mit deutschem Hochschulabschluss, für Künstler und Sportler sowie für Saisonarbeitskräfte überprüfen und Vereinfachungen anstreben. Die Regelungen für die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften werden auch im Interesse der Sonderkulturbetriebe vereinfacht.

Jede Vereinfachung ist zu begrüßen. Konkrete Informationen zu den im Koalitionsvertrag angedachten Änderungen sind noch nicht bekannt geworden.

Kein Genmais in Deutschland

Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner heute in einer Pressekonferenz mitteilte, darf der Genmais der Maissorte MON 810 der Firma Monsanto nicht mehr in Deutschland angebaut werden.

Ministerin Aigner äußerte sich dahingehend, dass sie berechtigte Gründe zur Annahme sehe, dass beim Anbau von MON 810 eine Gefahr für die Umwelt ausgehe. Diese Entscheidung sei jedoch nicht als Grundsatzentscheidung im Bereich grüne Gentechnik zu verstehen.

Da derzeit keine andere genmanipulierte Maissorte auf deutschem Boden angebaut wird, kommt das Verbot der Maissorte der Firma Monsanto einem generellen Stopp des Genmais-Anbaus gleich.

Bulgarische Erntehelfer für die Schweiz

Lange ist hier nichts mehr gebloggt worden, aber natürlich dreht sich die Welt weiter!

So ist in einer Volksabstimmung in der Schweiz die Freizügigkeit auch für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Osteuropa beschlossen worden. Das bedeutet, das etwa Bulgaren den Deutschen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt gleichgestellt sind und somit eine Beschäftigung in der Schweiz aufnehmen dürfen.

Für die Landwirtschaft bedeutet das, dass künftig bulgarische Erntehelfer in der Schweiz eingesetzt werden dürfen. Diese werden dort aber meist als Saisonniers bezeichnet, womit aber das gleiche gemeint ist. Somit hat die Schweiz, die auch unter der globalen Wirtschaftskrise leidet, die Möglichkeit, durch osteuropäische Erntehelfer in der Schweiz kostengünstiger landwirtschaftliche Produkte herzustellen.

Bundesrat behandelt Erntehelfer-Problematik

Der Bundesrat wird in seiner Sitzung am 19. Dezember 2008 eine Änderung der Beschäftigungsverordnung (BeschV) behandeln. Somit kann das Gesetz schon für die Erntesaison 2009 wirksam werden.

Die Bundesregierung hat die Verordnung in ihrem Vorschlag dahingehend modifiziert, dass die maximale Beschäftigungsdauer von Saisonarbeitskräften von vier auf sechs Monate ausgeweitet wird.

Wirtschafts- und Agrarausschuss des Bundesrates fordern jedoch eine Änderung an der Verordnung: Sie sind der Ansicht, dass ausländische Saisonkräfte das Recht haben sollten, noch länger als von der Bundesregierung geplant in Deutschland zu bleiben. Der Aufenthaltstitel für Saisonbeschäftigte müsse deshalb neun und nicht nur sechs Monate gelten.

Zur Begründung erklären die Ausschüsse, dass landwirtschaftliche Betriebe in erheblichem Maße auf Saisonarbeiter angewiesen sind. Der Rückgang polnischer Arbeitskräfte könne mit Arbeitskräften aus Rumänien oder Bulgarien nicht ausgeglichen werden. Nicht erfüllte oder vorzeitig abgebrochene Arbeitsverträge führten derzeit zu erheblichen Problemen bei der betrieblichen Planung. Damit seien auch wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Gerade Gartenbau- und Sonderkulturbetriebe benötigten bis zu neun Monate im Jahr Erntehelfer, betonen die Ausschüsse. Beschäftigte in anderen Branchen hätten bei einem neunmonatigen Aufenthaltstitel die Möglichkeit, den Betrieb zu wechseln.

Der federführende Ausschuss für Arbeit und Sozialpolitik sowie der Innenausschuss empfehlen hingegen eine Zustimmung zur Verordnung in ihrer jetzigen Form, d.h. mit der sechsmonatigen Beschäftigungsdauer. Diese Form wäre für die deutsche Landwirtschaft zwar auch eine Erleichterung zum Status quo, jedoch schlechter als die Forderung des Ausschüsse für Agrar und Wirtschaft.

Wir werden das Ergebnis der Bundesratssitzung hier zeitnah vorstellen.

Bundesministerin Aigner hielt Grundsatzrede auf Eurotier 2008

Auf der Messe Eurotier, die heute in Hannover begonnen hat, stellte die neuernannte Bundesministerin Ilse Aigner ihre politischen Vorstellungen von einer modernen Landwirtschaftspolitik vor:

Schwerpunkte einer modernen Landwirtschaftspolitik

1. Wettbewerbsfähige Land- und Ernährungswirtschaft entwickeln helfen,

2. Qualität, Umwelt- und Tierschutz ermöglichen, wie es die Bürgerinnen und Bürger erwarten,

3. durch leistungsfähige wissenschaftliche Agrar- und Ernährungsforschung Innovationen fördern.

Aigner hob hervor, dass es bei den ersten großen Herausforderungen ihrer Amtszeit, der Gesundheitsprüfung der Gemeinsamen Agrarpolitik wie auch der Milchpolitik für Deutschland, darum geht, eine gute Balance zwischen diesen Zielen herzustellen. Besonders einsetzen werde sie sich zudem für die Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit in den ländlichen Räumen.